Viel gewollt …

6. Oktober 2020

4. Spieltag – 2. Kreisklasse Staffel II
SpVgg Leipzig 1899 II – SG Leipzig Bienitz II

Anpfiff 9 Uhr auf dem Sportplatz in der Demmeringstraße. Für die Uhrzeit doch recht gutgelaunte Schlachtenbummler stellten sich brav am Einlass zur Registrierung an und bevölkerten danach zahlreich den Rand des Spielfeldes.

Starten wir gleich mit dem Spielgeschehen. Wieder begannen wir wie die Feuerwehr. Aber auch der Gegner hatte sich den Schlaf aus den Augen gewischt und hielt dagegen. So bekamen wir viele Chancen auf beiden Seiten zu sehen. Wieder rettete uns unser Matteo vor dem zeitigen Rückstand und auch im Spiel war er sehr oft zur Stelle. Am besten sollte man gleich mit seinem Berater über eine Vertragsverlängerung sprechen 😉 Dennoch musste auch er in der Anfangsphase zusehen, wie Johann eine von Gustav getretene Ecke – per Kopf – nicht ausreichend druckvoll aufs Tor brachte und Gustav sich durchsetzte und links am Tor vorbeischoss. Fabi G. verwandelte dann in der 14. Minute nach Hereingabe von links zum 0:1. Gleich im Anschluss folgten zwei tolle Chancen durch Lenny, die er leider nicht verwerten konnte. Da waren wieder die Chancen, um den Gegner, erstmal die Luft aus dem Gummiboot zu lassen. Aber gut. In der Hintermannschaft rettete Max (man verzeihe mir wenn ich nicht mehr weiß welcher – aber da übt auch unser Trainer noch) vor einem einschussbereiten Stürmer der SpVgg. Es ging Schlag auf Schlag. In der Phase half man sich wieder wunderbar. Die ganze Mannschaft war in Bewegung. Lief mit und war wach. In der 21. Minute half dann alles nichts mehr, denn ein leicht abgefälschter Schuss landete unhaltbar in unserem Netz. Quasi im Gegenzug wackelte auch das Netz des Gegners. Nur war es leider die Außenseite dessen.

Und dann, begann es leider etwas komisch zu werden. Die Schiedsrichterin griff zum ersten Mal ins Spiel ein, oder auch nicht, wie man will. Einer unserer Spieler wurde in der eigenen Hälfte gefoult. Nicht schlimm, da sollten andere Dinge folgen. Tja und als jeder mit dem Pfiff rechnete, die Pfeife zum Mund ging und der dazugehörige Pfiff – nicht – durch die Morgenluft schrillte, kamen unsere Jungs den entscheidenden halben Schritt zu spät. 2:1 SpVgg.

Sichtlich von der Rolle kassierte man in den wenigen Minuten bis zur Pause noch 2 weitere Tore nach schnellem Spiel des Gegners. Da stimmte bei uns nichts mehr. Das war schade. Waren wir doch wieder auf einem guten Weg. Erwähnenswert noch der tolle Pass von Gustav in den Lauf von Fabi G. der den Ball noch kurz vor dem Hüter erreichte und den Ball ins Tor zum zwischenzeitlichen 3:2 lenkte. Pausenstand 4:2. Sichtlich willenlos trabten die Jungs mit hängenden Schultern zur Pausenbesprechung.

Über die zweite Halbzeit etwas Schönes zu schreiben ist nicht einfach. Das Spiel ging körperbetont weiter. Eine Spielweise die eine Vielzahl unserer Jungs allein von der Statur nicht durchhalten können. Schnell und ideenreich zu agieren und so unnötigen Zweikämpfen aus dem Weg zu gehen, könnte ein gutes Mittel und Ziel sein um in der Liga zu bestehen. Aber ich habe ja auch nur keine Ahnung 😉

Im Verlauf der zweiten Halbzeit kam es zu zwei unschönen Szenen. Im ersten Fall kommt ein Spieler im Laufduell zu Fall und wird von dem nach ihm fallenden Gegenspieler überrollt und am Kopf getroffen. Viele Zuschauer sprachen von einer absichtlichen Aktion des Gegenspielers. Ich selbst habe das Foul nicht gesehen. Was ich aber gesehen habe, war die Schiedsrichterin, die das schreiende Kind erst ignorierte, um sich dann nach Protesten von der Seitenlinie, im Spazierschritt zum Ort des Geschehens bewegte. Was ich wenige Minuten später durchaus gesehen habe, war ein Spieler der SpVgg der seinen Ellenbogen ausfährt und mit voller Absicht in Richtung Gegenspieler ausholt und traf. Ich habe keine Ahnung, wie man das auch als junge Schiedsrichterin übersehen kann. Und ich weiß auch nicht, warum zwei Trainerinnen nicht darauf reagieren und den Fehler der Schiedsrichterin – das Kind nicht vom Platz zu stellen – ausbügeln und das Kind von sich aus, vom Platz nahmen. Hier ist eindeutig eine Grenze überschritten. So etwas gehört nicht in den Sport und Kinder die so etwas machen ebenso nicht. Die einzige Folge der beiden Vorfälle spürten unsere gefoulten Spieler – sie saßen ab da draußen.

Ach ja, Fußball, Fußball gab es auch noch. Eine Hereingabe in unseren Strafraum von rechts zischte an Freund und Feind vorbei und landete in unserem Tor zum 5:2. Pfostenschüsse auf beiden Seiten. Das 6:2 habe ich ehrlich gesagt ausgeblendet und das 6:3 erzielte unser Fabi B. aus dem Gewühl heraus.

Fazit: Viel gewollt – blaue Flecke eingesammelt – Wetter schön.
Fazit 2: Was auch immer die Schiedsrichterin für den Einsatz bekommen hat, es war 100 Prozent zu viel.

Die lange Spielpause bis zum Heimspiel gegen Lindenaus zweite Mannschaft am 07.11.2020 verkürzt uns das Pokalspiel am 10.10.2020 um 10:15 Uhr eben gegen diese zweite Lindenauer Mannschaft.

Bis dahin.

Thomas Köhler